Gestern war ich nochmal bei der Tierärztin, nachdem die Kleine mich mehrfach vollgepinkelt hatte. Sie suchte ständig meine Nähe, kuschelte sich dann an mich (was sehr ungewöhnlich ist, da sie sich normalerweise von mir nicht mal anfassen lässt), entspannte sich und ... pinkelte. Das ist NICHT witzig! Ich kam aus dem Wäschewaschen und -trocknen (Bettlaken, Matratzenbezüge, Oberbetten, Kuscheldecken) nicht mehr raus. (Inzwischen habe ich Inkontinenzauflagen bestellt und hoffe, dass die im Ernstfall halten was sie versprechen.)
Jedenfalls hat die Ärztin sie nochmal gründlich untersucht und nichts feststellen können. Einerseits gut: die Katze scheint physisch gesund zu sein, andererseits schlecht: die Katze hat offensichtlich ein psychisches Problem. Physische Probleme lassen sich in der Regel behandeln, da man weiß, WO es denn krankt, bei psychischen Problemen ist das weitaus schwieriger, weil niemand weiß, was genau das Problem ist. Shit.
Die Ärztin hat mir ein paar Tipps gegeben, was ich tun kann, damit wir, die Katze und ich, weniger Stress haben:
1. zwei weitere Katzenklos an unterschiedlichen Orten aufstellen (man soll immer ein Katzenklo mehr haben als Katzen).
Ich habe nun ein weiteres Klo ins Bad (in eine andere Ecke als das erste) gestellt und eins neben die Balkontür. Da der Platz in meiner Wohnung sehr begrenzt ist und ich auf keinen Fall ein Katzenklo in der Küche oder gar neben meinem Bett stehen haben möchte, versuche ich es jetzt erstmal so.
und
2. Katzen nachts aus dem Schlafzimmer verbannen
Das ging gar nicht, das habe ich nicht übers Herz gebracht. Aber immerhin habe ich es geschafft, dass sie Katze begriffen hat, dass sie nicht (mehr) in mein Bett darf sondern sich auf die Wäschekiste, die am Fußende meines Bettes steht, legen und schlafen soll. Das hat sie auch artig gemacht. (Ich war sehr erstaunt!)
Dann hat sie mir noch Tabletten (Psychopharmaka) mitgegeben. Die soll ich der Katze mindestens 3 Monate lang einmal am Tag verabreichen. Als erstes dachte ich: "Das schaffe ich nie!", aber ich habe die Tabletten trotzdem mitgenommen und mir vorgenommen, alles auszuprobieren was geht, damit es der Katze (und mir) endlich wieder besser geht.
Heute habe ich dann eingkauft: Beefhack, Leberwurst, Schmelzkäsescheiben, Vitaminpaste, Frischkäse, Katzenpastete, Eier. Irgendwas davon muss doch der Katze so gut schmecken, dass sie die pulverisierte und untergemischte Tablette nicht bemerkt oder sich zumindest nicht daran stört. Als ich nach Hause kam, habe ich mich gleich an den ersten Test gemacht: Tablette zu Pulver zermahlt und in einen halben Teelöffel Katzenpastete eingeknetet. Dann auf eine Untertasse die Tabletten-Pasteten-Mischung gegeben und auf den anderen Pastete pur (für die andere Katze). Beide haben sich auf die (für sie bisher unbekannte) Pastete gestürzt und alles ratzfatz aufgefressen - und ich war der glücklichste Mensch auf Erden!
(Ein Klick aufs Foto zeigt es in Originalgröße)
Bleibt zu hoffen, dass es auch weiterhin so gut läuft und vor allen Dingen, dass es hilft.

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